In der Haupstadt des Irans – Teheran

In Teheran Freitag 11.03.2016
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Ich habe gut geschlafen auf dem Boden in Javals Zimmer.
Zum Frühstück gibt es Käse, Marmelade, Tee und Milch.
Nach dem Frühstück schaut die Mutter im Fernsehen das Morgengebet. Freitag ist im Iran Feiertag., Sonntag.
Neugierig schaue ich mir auch das Gebet an. Es ist mir aber zu traurig und auch zu langweilig.
Es wird vor laufenden Kameras geheult und auch die etwas extrem gläubige Mutter weint.
Für mich ist Glauben etwas schönes und man sollte nicht zu emotional das Ganze angehen.Kurz vor Mittag fahre ich das Quad und Anhänger aus der Tiefgarage und es geht mit den Jungs in das Zentrum um Reifen zu finden. Es haben leider nicht alles Shops geöffnet und die Suche gestaltet sich schwierig. Es wird nicht einfach passende Reifen zu finden. Im Iran gibt es so gut wie keine Anhänger. Die Strassen sind total verstopft und ein Vorwärtskommen ist nur langsam möglich.
Vor einem Reifenhändler kommt mir ein junges Paar auf einem 125 China Motorrad entgegen. Beide sprechen gutes Englisch und wollen mir helfen. Massoud hat einen Cousin in Deutschland sein Name ist K1. Ich unterhalte mich mit Ihm auf Deutsch und er versichert, dass Massoud mir wirklich helfen kann.

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Also „entlasse“ ich meine beiden Freunde Javad und Amin und folge den beiden zu einer kleinen Werkstatt. Dort demontieren wir die Achse vom Anhänger und Massoud kann sich ein Bild machen.Leider kann mir in der kleinen Werkstatt niemand helfen und die Lösung ist ein Betrieb mit einer Rahmenrichtbank.
Wir brauchen über drei Stunden um in der Großstadt eine geeignete Firma zu finden.

Mustafa Yasini wird die Spur am Anhänger richten. Die Werkstatt ist sauber und die Richtbank scheint zu funktionieren. Das Ganze kostet mich zwischen 100.- und 200.- Euro.
Ich lasse den Anhänger in der Werkstatt und fahre mit Massoud zu sich nach Hause.
Er wohnt relativ Zentral in Teheran. Dort angekommen hat die Mutter auch schon ein Abendessen vorbereitet. Es gibt Reis, Hühnchen und Gemüse sowie Salat.
In der grosszügigen Wohnung leben auch noch die Schwestern von Massoud sowie der Bruder und Vater.
Nach dem Essen versuchen wir Geld zu besorgen. Seit dem Wirtschaftsembargo wir nirgendwo die Mastercard akzeptiert. Im touristischem Stadtzentrum angekommen fahren wir zur deutschen Botschaft. Dort bekomme ich den Tipp, dass das Hotel Sepehr Mastercard akzeptiert. Die Fahrt dorthin ist ein Abenteuer. Massoud fährt halsbrecherisch mit seinem 125 Honda Motorrad Nachbau zwischen den Autos durch. Nach einer halben Stunde und der Nachfrage in mehren anderen Hotels werden wir fündig. Leider ist die Leitung zur Mastercard Gesellschaft erst wieder am morgen ab 7:00 Uhr verfügbar.Um kurz vor Mitternacht sind wir wieder zu Hause und ich schlafe neben Massoud auf dem Boden ein.

Die Hauptstadt des Iran- Teheran

Donnerstag 10.03.2016 nach Teheran
Ich bin um 7:00 Uhr schon auf der Strasse. Das Quad macht große Freude. Das GPS mit dem integrierten Thermometer von BAD Elf zeigt mir 12 Grad Temperatur. Also Ich lasse die warmen Sachen an. Die Strasse ist sehr gut ausgebaut und ich kann beständig 85 km/h fahren und komme gut voran. Die Gebirgskette liegt hinter mir und ich fahre unter 1000 Höhenmeter.
100 Kilometer vor Teheran stoppe ich an einer „großen Restarea“. Ich bin hin und weg, hier gibt es total alles. Ganz dekadent gönne ich mir einen Cappuccino und ein Stück Schokoladenkuchen.
Bei der Durchsicht der Fahrzeuge muss ich leider feststellen, dass die Spur nicht stimmt und zwar so schlimm dass eigentlich ein weiterfahren gar nicht mehr möglich ist. Ein Reifen läuft schon auf Metall. Bei einem anderen schaut das Nylongewebe raus. Es handelt sich nur noch um Stunden bis ich gar nicht mehr fahren kann. Auch die hintere, rechte Achse ist wieder gebrochen.

Ich entschließe trotzdem die 150 Kilometer bis nach Teheran zu fahren.
Ich brauche 4 neue Reifen und die Achse muss wieder geschweißt werden. Wenn ich Reifenn bekommen kann dann dort. Mit einem mulmigen Gefühl und 70 km/h maximal fahre ich die aus 6 Spuren bestehende Autobahn bis nach Teheran. Es ist noch früh am Nachmittag als ich die Hauptstadt des Iran erreiche. Das Fahrzeug hat durchgehalten und ich bin sehr froh.
Ich orientiere mich in der Stadt in Richtung Norden.
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Rechts neben der Strasse sehe ich eine Schlosserei. Schweißgerät und Flex sind vorhanden.
Die erste Werkstatt, eigentlich eine Blechnerei bietet mir sofort die Hilfe an. Der Eigentümer fragt aber auch sofort nach Geld! „Aha die westliche Welt hat mich wieder“. Ich bin das aus Pakistan anders gewöhnt und laufe weiter.
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Die nächste Werkstatt eine Schlosserei will mir helfen und es war auch eine gute Entscheidung. Es kümmern sich gleich 4 Männer, alt und jung um meinen Anhänger.
Die Achse ist sehr schnell ausgebaut und geschweißt. Schweißgeräte und Schlossereien findet man in Pakistan und im Iran fast überall. Leider denken sie auch hier, dass eine ordentlich geschweißte Achse auch eine gute Spur bedeutet. Dem ist aber nicht so und die Achsen ausrichten ist ein anderes Thema.
Aber ich bekomme einen Tipp wo ich Reifen und auch Geld besorgen kann. Einer der älteren Herren zeigt mir den Weg in einen anderen Stadtteil. Dort angekommen finde ich ganz viele Banken , keine akzeptiert meine Mastercard. Die Suche nach einem sicheren Parkplatz gestaltet sich auch als schwierig.

Vor einem ATM Automat stoppen zwei junger Männer mit Ihrem 125 Motorrad.Sie wollen ein Bild von mir und vom Fahrzeug machen. Wir kommen ins Gespräch, da sie gutes Englisch sprechen.
Die Brüder Javal und Amin Salari sind sehr nett.
Sie zeigen mir den Weg zu einem Reifenhändler und laden mich später zu sich nach Hause ein.
Das Gespann parkt sicher in der Tiefgarage. Auch im Iran ist die Gastfreundschaft ein wichtiges Element Ihres Lebens und Bestandteil des Glaubens.
Über einen Aufzug komme ich in eine grosszügige Wohnung stilvoll im persischen Stil eingerichtet.Die Mutter von Javal und Salari kocht uns allen ein wirklich hervorragendes Abendessen mit Kebab und Gemüse.
Javals Schlafzimmer gehört heute Nacht mir. Auch in Persien wird auf dem Boden geschlafen.

Von Rafsanjan Nach Naein Iran

Mittwoch 09.03.2016
Die Nacht im Hotel war erholend.Ein sauberes Bett, saubere Bettdecke so wie es sein sollte.
Kaum wach mache ich mich gleich ans Quad und gehe in den Keller zum Fahrzeug. Dort klappt alles recht gut. Ich wechsle den Schalter für die Ganganzeige. Nach der Probefahrt muss ich leider feststellen dass es dieser Schalter nicht ist. Also brücke ich als nächstes den „Overide Schalter“.

 

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„Yes, yes, yes mein Quad läuft wieder einwandfrei“. Während der Probefahrt treffe ich meinen Taxifahrer Mohamad wieder.Gemeinsam fahren wir zum Geld wechseln. Der Versuch Geld über die Kreditkarte, Mastercard, zu bekommen, am Automat ist mehrfach gescheitert.
Nicht ganz einfach eine Wechselstube zu finden. Der Iran hatte vor kurzem noch ein Embargo und es gab kaum Kontakt zur Außenwelt. Auch werden die Menschen wie Mohamad ständig kontrolliert und die Telefone überwacht. Wer öfters nach Deutschland telefoniert ist schon verdächtig und bekommt Besuch von der Polizei.Zurück im Hotel gibt es gutes Frühstück. Mit Brot Marmelade, Omelett, Tee, Getränke. Reichlich und gut. Ich esse sehr wenig mein Magen ist kleiner geworden und das ist gut so. Im Speisesaal komme ich mit mehreren Filmemachern ins Gespräch.
Mir wird dabei klar mein nächstes Extremprojekt muss mehr vor die Kamera und ins Fernsehen. Später gesellt sich Mohamad zu mir. Ich habe ihn eingeladen mit mir zu Frühstücken und bin froh ihn kennengelernt zu haben. Auch von ihm lerne ich sehr viel über den Iran und die dort lebenden Menschen.
Der Vormittag geht wahnsinnig schnell vorüber. Ich wasche noch ein paar Sachen, einschließlich der Kühlbox unter der Dusche, schreibe noch ein paar Mails und komme um 1:00 Uhr weg aus Rafsanjan.
Mein Tank ist voll und ich habe 60.- Euro gewechselt, da das Benzin unter einem Euro kostet sollte es reichen bis in die Türkei, wenn nichts passiert und „Inshaallah“.
Ich bin sehr glücklich, das Quad läuft wieder einwandfrei, nach einem Tag fahren und Schrauben habe ich Fast nicht mehr am meinen roten, vierrädrigen Bruder geglaubt.

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Ich kann fast beständig 85 km/h fahren und beende den Fahrtag mit einem vollem Tank an einer Tankstelle. 400 Kilometer habe ich heute in dem halben Fahrtag geschafft. Ein Grund zu feiern mit einer Tasse heißen Tee.

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Der Tank ist voll und etwas Abseits von den Zapfsäulen, schlage ich mein Zelt auf.Einheimische, persische Musik schallt zu mir herüber, ich bin müde und schlafe sofort ein.

 

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